Patrik Rudolf Brunner
Patrik Rudolf Brunner
Freisinn heisst, für Werte einzustehen

Standpunkt

Veröffentlicht am 02.08.2018 von Patrik Rudolf Brunner

Die Fussballweltmeisterschaft ist vorbei. Rund um den Planeten haben Fans mitgefiebert und sich voll und ganz hinter ihre Mannschaft gestellt. Doch warum sind wir für das eine und nicht für das andere Team?
Das werde ich auch als Politiker manchmal gefragt. Warum engagiere ich mich für die FDP und nicht für eine andere Partei? Um es mit einem Satz zu sagen: Die FDP ist die einzige, die sich mit dem Individuum auseinandersetzt. Es gibt kein ethisches oder menschliches Bild in Form eines Stereotyps. Das ist vielleicht etwas polit-philosophisch betrachtet, bringt es für mich aber auf den Punkt. Beim Freisinn steht der mündige Bürger im Zentrum der politischen Überlegungen und ist eng verknüpft mit dem Liberalismus, der seine Wurzeln im Humanismus hat.

Gleichstand
Ein krasser Gegensatz zum Liberalismus ist der Sozialismus. Hier sind alle gleich und wer nicht gleich ist, wird gleich gemacht. Das mag im ersten Moment fair klingen, jedoch hat dabei das Individuum nichts zu sagen. Es gibt nur diese eine richtige Form, der sich alle unterwerfen müssen. Das schränkt die Freiheit jedes einzelnen ein und hat zur Folge, dass sich niemand entfalten kann. In einem Kollektiv kann es keine Individuen geben. Es gibt keinen Anreiz, etwas mehr zu leisten, sich Ziele zu stecken und diese zu erreichen. Somit kann es auch keinen Nährboden für wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortschritte geben.

Stillstand
Im Vergleich mit den bereits erwähnten Ideologien verfolgt der Konservatismus nochmals eine andere Richtung. Diese Form der politischen Einstellung ist extrem nach aussen orientiert. Es gibt ein Idealbild und wer nicht dazu passt, wird aussortiert. Das Bild zu wahren, es buchstäblich zu konservieren, bedeutet, dass alles beim Alten – ehemals Guten – bleibt. Ablehnung und Ausgrenzung hat viel mit Unsicherheiten, Kon-trollverlust und Ängsten gegenüber Fremdem zu tun. Doch die Welt verändert sich und deshalb braucht es aus meiner Sicht immer wieder Respekt, Verständnis und Offenheit gegenüber Anderen und Neuem, um Gemeinsinn zu schaffen. Eine Gesellschaft, die zurück schaut, verliert, eine, die nach vorne blickt, gewinnt.

Abseits
Verschiedene Betrachtungsweisen gibt es nicht nur bei Schiedsrichterentscheidungen an der WM, sondern auch in alltäglichen politischen Diskussionen. So zum Beispiel bei der EU-Debatte. SP und FDP können dem Ganzen etwas Fortschrittliches abgewinnen, sehen in den Veränderungen Chancen. Mit der teilweise sehr engstirnigen und einseitigen Betrachtungsweise der SVP folgt der Schlusspfiff und damit die gesell-schaftliche Abtrennung bereits vor Ablauf der Spielzeit. Dabei findet man die ideologische Heimat der EU auch in der Schweizer Eidgenossenschaft. Waren die alten Stände nicht ebenfalls auf der Suche nach einer grösseren Einheit, um gemeinsam weiterzukommen?

Wir haben stets die Freiheit, uns für unser Team und damit für unsere Werte stark zu machen. Aber Freiheit ist nur möglich, wenn wir Verantwortung für unser Tun übernehmen und nicht auf der Ersatzbank warten, bis es zum Penaltyschiessen kommt. Dafür steht die FDP: Eigenverantwortung wahrnehmen, um im Kollektiv wachsen zu können. Und aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.