Patrik Rudolf Brunner
Patrik Rudolf Brunner
Freisinn heisst, für Werte einzustehen

Der Rosengarten - vielen ein Dorn im Auge

Veröffentlicht am 09.02.2017 von Patrik Rudolf Brunner

Das Projekt Rosengartentram und Rosengartentunnel wurde von der FDP schon seit langem vorbereitet, insbesondere auch durch die frühere Kantonsrätin und heutige Regierungsrätin Carmen Walker Späh. Nun hat der Regierungsrat ein kantonales Spezialgesetz ausgearbeitet, das dem Kantonsrat vorgelegt werden soll.

Mangelhafte Infrastruktur führt zum Verkehrschaos
Es gibt nur eine Einfallstrasse vom Zürcher Oberland in die Stadt. Das heisst, jeder, der vom Zürcher Oberland über die Autobahn (von Richtung Bülach, Bassersdorf, Winterthur) kommt, muss durch die beiden Tunnels auf die Rosengartenstrasse in Richtung Hardbrücke, um in die Stadt zu fahren. Die Rosengartenstrasse ist ein Schandfleck. Wie eine Schneise teilt sie die Stadt, ähnlich wie die Eisenbahnschienen beim HB. Darunter leiden vor allem Wipkingen und Höngg. Die circa 56 000 Fahrzeuge pro Tag verursachen Lärm und Abgase, machen diesen Stadtteil zu einem unattraktiven Wohngebiet und verunmöglichen ein Quartierleben. Mit dem Bau eines Tunnels würden die Autos zukünftig von der Autobahn direkt bis zur Hardbrücke geführt. Es gäbe wieder Platz für eine Begegnungszone und das Quartier würde enorm aufgewertet. Dass es funktioniert, zeigt das Beispiel Weststrasse. Die Umfahrung durch den Uetliberg entlastet die Weststrasse und es ist ein wunderschönes Quartier entstanden.

Tram und Tunnel – Die Lösung funktioniert nur im Doppelpack
Für mich ist ganz klar, dass es keinen Tunnel ohne Tram gibt. Die Tramverbindung zwischen Milchbuck, Buchegg und Albisriederplatz braucht es unbedingt. Bis jetzt wird diese Zone nur mit Bussen befahren; die sind gut frequentiert, der Bedarf ist also da. In Kombination mit dem Tram nach Affoltern, das bald kommt, werden so die letzten weissen Flecken erschlossen. Es bringt nichts, wenn alle Autofahrer den Tunnel nutzen, wir eine Begegnungszone realisieren und der Bus über die bisherige Strasse donnert. Es ist eine Investition, die einen stolzen Preis hat. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir für Dümmeres schon mehr Geld ausgegeben haben. Es geht um die Aufwertung eines kompletten Quartiers in den Kreisen 6 und 10, wenn Höngg, Wipkingen, Unterstrass evtl. auch noch Oberstrass entlastet werden.

Angst vor der Blechlawine
Es ärgert mich, dass die Grünen und Linken dagegen sind. Sie befürchten, dass der Verkehr mit dem Tunnel weiter zunehmen wird. Das ist absurd. Kein Mensch beschliesst, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, weil es einen neuen Tunnel gibt. Die Menschen wählen das Auto oder den ÖV, weil sie wollen oder müssen. Weder ein neuer Tunnel noch mehrspurige Strassen werden daran etwas ändern. Es geht einfach nur um Angebot und Nachfrage. Arbeitsstelle, Arbeitsort und Arbeitszeit sind dabei ebenfalls entscheidend. Die Polemik derjenigen, die nur mit dem Fahrrad unterwegs sind, sich nicht in die Lage eines Autofahrers versetzen oder dessen Beweggründe verstehen können, nervt mich. Ich bezeichne das als Verhinderungs- oder Feindpolitik, die den Fortschritt aufhält. Der MIV (motorisierter Individualverkehr) wird von den Linken als Feindbild gesehen und führt dazu, dass es nur noch Velowege und Fussgängerstreifen gibt – die Autofahrer bleiben auf der Strecke. Dass es genau diese Autofahrer sind, die hierher kommen, um zu arbeiten, damit die Wirtschaft in Schwung bringen und Steuern zahlen, daran denken sie nicht. Es ist nicht möglich, Bürger oder in diesem Fall Autofahrer zu erziehen, man kann sie nur motivieren und lenken.
Der Kreis 6 bildet mit Höngg und Wipkingen den kantonalen Wahlkreis IV. Als Präsident der FDP Kreis 6 engagiere ich mich persönlich für dieses Projekt, weil es die Lebensqualität der Bewohner erheblich verbessert. Ich bin stolz darauf, dass die FDP dieses Projekt vorantreibt, ihre Kompetenz einsetzt und die Federführung übernehmen kann. Ich fände es äusserst schade, wenn die Linken dieses Projekt verhindern würden und hoffe sehr, dass sich der Kantonsrat für den Rosengarten stark macht.