Mit Effizienz und Taktgefühl
30. April 2026Die Arbeit als Gemeinderat im Kreis 6 und als Präsident der Sachkommission des Sozialdepartements macht mir immer noch grosse Freude. Es ist für mich eine Ehre, auch im zweiten Präsidialjahr die Sitzungen zu leiten und dafür zu sorgen, dass die Geschäfte rechtzeitig abgeschlossen werden.
Der Abschluss des Mandatsjahrs bringt viel Arbeit mit sich, weil es üblich ist, die laufenden Geschäfte noch vor den Neuwahlen im März 2026 abzuschliessen. Neben der sorgfältigen Sitzungsplanung und der straffen Sitzungsführung hatte ich deshalb einen Antrag gestellt, so dass wir im Sommer 2025 von einem zweiwöchentlichen auf einen wöchentlichen Rhythmus gewechselt haben. Nur so konnten wir die vielen und zum Teil anspruchsvollen Geschäfte abschliessen.
Verantwortungslos oder lobenswert
Zu tun und zu denken gab im vergangenen Vereinsjahr auch das Postulat 2025/404 der AL. Auf den ersten Blick scheint es lobenswert, wenn ein Betrieb wie das Schreinerausbildungszentrum (SAZ), das seit über 130 Jahren junge Menschen ausbildet, aufgrund finanzieller Schwierigkeiten Geld von der Stadt erhalten soll. Beim genaueren Recherchieren wird aber offensichtlich, wie die Argumente für den populistischen Stimmenfang zusammengeleimt wurden. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn ein Betrieb mitfinanziert wird, der sich aufgrund einer veralteten Infrastruktur und ineffizienter Prozesse nicht am freien Markt behaupten kann und 40 Lehrlinge ausbildet, obwohl nicht sicher ist, ob sie in der Branche je einen Job finden werden? Es ist bedenklich, wenn die politische Bühne ausgenutzt wird, um aus falschen Gründen das vermeintlich Richtige zu tun. Gleichzeitig ist es für mich aber auch ein Ansporn, dagegenzuhalten und mich als Gemeinderat für ein soziales Netz mit Eigenverantwortung stark zu machen.
Im Zweifel für das Gute
Es ist meine Motivation, mich mit meiner politischen Arbeit für die Förderung des Gemeinsinns einzusetzen. Deshalb habe ich mich neben diversen eingereichten Postulaten auch für den Verein Pinocchio engagiert, dessen psychologisches Beratungsangebot auf Kinder im Vorschul- und Schulalter spezialisiert und unabhängig und niederschwellig ist. Es war schön zu sehen, wie fundierte Argumente die Zweifel im Rat beiseiteschieben konnten und mit dem Beschluss parteiübergreifend dazu beigetragen wurde, den Jüngsten unserer Gesellschaft Gehör zu verschaffen.
Anspruchsvoll und pflichtbewusst
Dass die Arbeit auf kommunaler Ebene äusserst anspruchsvoll und von grosser Tragweite sein kann, lässt sich am Beispiel VOAOZ verdeutlichen. Dabei geht es um die neue rechtliche Grundlage, die Teilrevision der Gemeindeordnung und die Totalrevision der Verordnung über die AOZ. Was wir bezüglich rechtlicher Rahmen beschliessen, hat Auswirkungen auf die Hälfte der geografischen Schweiz. Ich habe sämtliche damit verbundenen Geschäfte sehr eng begleitet und befasse mich schon seit längerer Zeit mit dem Asylthema. Wir können viel mitgestalten, das bedeutet aber auch, dass wir mit unserem Beschluss viel Verantwortung tragen. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an meinen Kommissionssekretär. Wir haben zusammen sämtliche Sitzungen vorbereitet und dafür gesorgt, dass die Termine eingehalten wurden. Zudem ist sein Fachwissen zu Prozessen und Verfahren eine wertvolle Unterstützung. Es brauchte einiges, um komplexe Themen auseinanderzunehmen, Anträge einzureichen und dafür zu sorgen, dass Transparenz bestehen bleibt.
Geprägt von Effizienz und Fairness blicke ich mit Stolz auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Denn Gemeinsinn bedeutet für mich, auch einmal eine überparteiliche Rolle einzunehmen, Argumente pflichtbewusst zu erarbeiten und wo nötig zwischen den verschiedenen Meinungen zu vermitteln.